Dinge, die ich gern vor dem Wochenbett gewusst hätte

16. März 2018

von Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de.

Es ist ja nun mal so, dass man während der Schwangerschaft, besonders während der ersten, von allen möglichen Leuten auf alle möglichen Dinge vorbereitet wird…egal ob man danach gefragt hat, oder nicht. Da wird man seelisch darauf vorbereitet, dass das Leben sich unglaublich verändern wird, dass es einem in den ersten Wochen und Monaten reichlich an Schlaf fehlen wird und die ein oder andere Mutter schon älterer Kinder erinnert sich laut und mit verträumten Blick an die hormongeschwängerten Glücksgefühle in der ersten Zeit.

Ja, die erste Zeit mit Baby ist magisch, keine Frage. Aber sie ist auch eine unglaubliche Ausnahmesituation, die die frischgebackenen Eltern immer wieder an ihre seelischen und körperlichen Belastungsgrenzen bringen kann. Leider wird man auf viele Dinge kaum bis gar nicht vorbereitet, weil man „darüber einfach nicht spricht“. Daher möchte ich heute mal kein Blatt vor den Mund nehmen und euch die Dinge erzählen, die ich persönlich gern vorher gewusst hätte.

Mit der Geburt ist es noch nicht vorbei

Ja, man wird wirklich ausgiebig auf die Geburt und die einhergehenden Schmerzen vorbereitet. Wenn man einen Kugelbauch vor sich her trägt fühlen sich irgendwie viele bekannte, aber auch wildfremde, Mütter dazu aufgerufen, ihre Geburtsberichte mit einem zu teilen. Nun gut, es ist ja auch ein einschneidendes Erlebnis. Aber mit der Geburt ist es noch nicht vorbei. Ich habe besonders in den 14 Tagen nach der Geburt oft ziemlich genervt gedacht, wie unfair das doch ist, dass so ein tolles Erlebnis mit so vielen Schmerzen verbunden ist. Da gibt es Geburtsverletzungen, die jeden Klogang zur Hölle machen. Oder Nachwehen, die einen besonders beim Stillen überrollen. Und wo wir gerade beim Stillen sind: Das wird ja auch erst so nach 2-3 Wochen „magisch“ und ist davor auch eher eine schmerzhafte und teilweise sogar blutige Angelegenheit.

Brüste, Haare und Haut

Während man sich in der Schwangerschaft oft über eine tolle Oberweite, glänzende und volle Haarpracht und ein reines und geradezu leuchtendes Hautbild freuen kann, so eskalieren eben diese drei Dinge gern mit der plötzlichen hormonellen Veränderung nach der Schwangerschaft. Ich habe beide Male so viele Haare verloren, dass ich quasi Geheimratsecken hatte. Ja, die wachsen auch wieder nach, aber das sieht dann auch erstmal nach einer Frisur Typ Klobürste aus und dauert gefühlt ewig. Auch meine Haut glich plötzlich eher der eines 15-jährigen Pubertiers und meine Oberweite war zwar beachtlich, oft aber eher unregelmäßig und schmerzhaft „prall“. Das ändert sich nach dem Abstillen dann übrigens auch nochmal und fühlt sich dann eher so an, als würden einem zwei leere Tüten vor der Brust rumbaumeln.

Hunger, Pipi, Kalt

Ich habe in der ersten Zeit des Stillens wirklich durchgängig Hunger gehabt und auch so gegessen. Das war okay, denn ich habe rasend schnell abgenommen, da meine Babys quasi alles sofort wieder selbst benutzten. Das Problem war, dass ich mir ein Essverhalten angewöhnte, welches ich mit dem Abstillen nicht gleich änderte und so nahm ich all die verlorenen Pfunde ganz schnell wieder zu. Eigentlich sollte man als „After-Baby-Body“ den Körper 3 Monate nach dem Abstillen bezeichnen, das ist nämlich am Realistischsten. Durch das Stillen hatte ich übrigens auch immer unglaublich viel Durst und musste fast genauso oft auf Toilette wie in der späten Schwangerschaft. Und ja, auch begründet durch den großen Wechsel im Hormonhaushalt war mir auch ständig kalt, inklusive Eishänden und –Füßen.

Familiensache

Ja, das kleine süße Wunder, was einen beim Ansehen quasi verrückt macht vor Liebe und Staunen. Babys sind süß, keine Frage. Aber sie fordern einen auch. Klar, sie sind ja auch komplett abhängig von einem und müssen sich in dieser Welt erst zurecht und in der Familie ihren Platz finden. Und das wirft alles, was man bisher war, komplett durcheinander. Partnerschaften verändern sich, Geschwister haben mit der Entthronung zu kämpfen, Mütter fühlen sich fremdbestimmt und Väter fühlen sich hilf- und nutzlos. All diese Dinge sind natürlich in jeder Familie anders und ganz individuell extrem. Aber man sollte schon auf dem Schirm haben, dass man jetzt eben nicht nur „einer mehr“ ist.

Fremdbestimmt

Nach der ersten magischen und anstrengenden Zeit mit dem Baby kehrt der neue Alltag ein. Man findet einander, jeder seinen Platz und alle ihren Groove. Nun ist es so, dass man als Mutter eine Zeit der völligen Fremdbestimmung durch das kleine süße Wesen hinter sich hat und sich, oft so nach 8-10 Monaten, an ihre eigenen Bedürfnisse erinnert und sich auch nach ihnen sehnt. Besonders bei ganz frischen Müttern geht diese Erkenntnis oft einher mit einem schlechten Gewissen, denn „darf“ man diese Gefühle jetzt überhaupt noch haben? Machen einen diese Wünsche zu einer schlechten Mutter? Ganz einfach: Ja, darf man und nein, machen sie nicht. Kann man einem auch mal einer sagen.

Dies waren nun die wichtigsten Dinge, von denen ich mir gewünscht hätte, man hätte sie mir vorher gesagt. Ich möchte mit diesen Aufklärungen natürlich keinem Angst machen und kann nur einen Satz sagen, den man sich ab Geburt für mindesten 18 Jahre immer wieder Mantra-artig sagen wird: Es ist alles nur eine Phase, es geht auch wieder vorbei. Versprochen.


Autorin: Janina Weser, unsere Blogger-Perle von perlenmama.de, schreibt hier für VITALSANA eine regelmäßige Kolumne, in der sie uns Einblick in Ihr Familienleben gibt, sowie Tipps und Gedanken teilt. Hier können Sie mehr über Janina Weser erfahren.

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