Schon im Frühjahr auf Zecken achten!

13. März 2018

Endlich Plusgrade! Nach den bitterkalten Wochen genießen wir die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und freuen uns auf die wieder erwachende Natur. Doch nicht nur wir Menschen werden jetzt zunehmend draußen aktiv, auch Zecken warten wieder im Gras oder Unterholz auf geeignete Wirte. Zeit also, sich wieder mit den lästigen Blutsaugern zu beschäftigen – denn mit Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME übertragen die Mini-Vampire ernsthafte Erkrankungen.

Spinnentiere mit schlechtem Ruf

Verständlich also, dass Zecken einen schlechten Ruf genießen. Dabei haben sie, wie alle Parasiten, auch einen Nutzen. So gilt es als erwiesen, dass Zecken beispielsweise für Vögel nahrhaft sind und für bestimmte Arten ein wichtiges Glied in der Nahrungskette darstellen. Für uns Menschen gilt aber, sich vor ihrem Stich zu schützen – besonders in so genannten FSME-Risikogebieten, zu denen laut des Infoportals www.zecken.de aktuell große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Südhessens und Thüringens zählen.

Keine Panik!

Auch, wenn sich Zecken und damit die FSME-Risikogebiete wegen der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden ausdehnen, gibt es keinen Grund zu übermäßiger Sorge. Ein paar Zahlen relativieren das Risiko: So schätzt man, dass nur etwa zwei Prozent der Zecken in Risikogebieten mit dem FSME-Virus infiziert sind. Auch führt nicht jede Infektion zu einer Erkrankung, nur etwa jeder Dritte bildet Symptome aus. Und auch wenn wir uns um unsere Kinder am meisten Sorgen machen: Sie werden zwar häufiger gebissen als Erwachsene, eine FSME-Infektion verläuft bei ihnen aber meist unbemerkt.

Trotzdem immer schützen

Weil eine Infektion aber schlimme Folgen haben kann, muss man sich in jedem Fall vor den kleinen Blutsaugern schützen. Mit diesen Maßnahmen halten Sie Zecken fern – oder machen es ihnen zumindest schwer, sich bei Ihnen festzusaugen:

  • Hose in die Socken: Zecken lassen sich beim Gang durch Gras, Büsche oder Unterholz „abstreifen“. Damit sie nicht ins Hosenbein krabbeln können, sollten Sie feste Schuhe tragen und die Hosenbeine in die Socken stecken.
  • Repellent: Tragen Sie ein insektenabweisenden Mittel auf die Haut auf. Die Stiftung Warentest hat die gängigsten Präparate im letzten Jahr getestet.
  • Helle Kleidung: Auf weißen oder hellen Hosenbeinen sieht man Zecken schneller und kann sie so abstreifen, bevor es zum Stich kommt.
  • Impfen: Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt FSME-Impfungen für alle, die sich in Risikogebieten aufhalten und dort zeckenexponiert sind. Die Kosten werden meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Nach dem Spaziergang: Check und – falls nötig – richtige Entfernung

Weil es keinen 100-prozentigen Schutz vor Zecken gibt, sollte man den Körper nach jedem Aufenthalt in zeckentypischer Umgebung gründlich untersuchen. Wichtig ist, die Tiere so schnell wie möglich zu entfernen, denn je länger der Saugvorgang dauert, desto höher ist das Übertragungsrisiko.

Auf dem bereits genannten Zeckenportal wird ausführlich erläutert, wie man Zecken richtig entfernt – und entsorgt! Deshalb hier nur die wichtigsten Tipps in Kürze:

  • Nicht schrauben, nicht abbrennen, kein Öl oder Nagellackentferner: Diese Methoden erhöhen nur das Risiko für eine Infektion.
  • Zecken entfernt man sicher mit einer Zeckenpinzette, einer Zeckenkarte oder einem Zeckenlasso. Eines dieser Utensilien sollte man übrigens immer dabei haben, wenn man in der Natur unterwegs ist – so kann man auch unterwegs schnell handeln.
  • Zum Ziehen der Zecke greift man das Tier möglichst hautnah und zieht langsam und vorsichtig – nicht ruckartig. Drücken Sie keinesfalls den Körper der Zecke zusammen!
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle nach dem Entfernen und suchen Sie einen Arzt auf, wenn eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgeht. Auch wenn sich grippeähnliche Beschwerden einstellen, sollte man sich untersuchen lassen.

Genießen Sie den Frühling in der Natur – und bleiben Sie gesund!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Send this to friend