Macht euch frei vom Krempel – Ausmisten mit Kindern

8. März 2018

von Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de.

Vielleicht geht es anderen ähnlich wie mir, aber wenn der Frühling naht habe ich das große Bedürfnis auszumisten. Über das Jahr sammelt sich so viel Krempel und Zeug in unserem Zuhause an, was ich mitunter sehr bedrückend finde. Besonders mit Kids habe ich das Gefühl, dass sich unglaublich schnell unglaublich viel Zeug ansammelt und man um regelmäßiges Ausmisten nicht drum herum kommt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass „zu viel Zeug“ die Kids auch überfordern kann. Daher ist der Frühlingsanfang für uns die traditionelle Zeit, um mal alles zu sortieren und auszumisten. Besonders für meine Große finde ich dies auch sehr wichtig, da sie teilweise eine echte Sammel- und Aufhebwut an den Tag legt und Schwierigkeiten hat, sich von Dingen zu trennen. Unzählige Male habe ich schon sagen müssen, dass wir die Verpackung vom Ü-Ei nicht aufheben müssen, auch wenn sie so schön glitzert.

Das Punktesystem

Oft können sich die Kleinen im Angesicht eines fast schon vergessenen Spielzeugs nicht direkt trennen und sind der festen Überzeugung, dass sie auf jeden Fall bald wieder damit spielen wollen werden und dann liegt es doch wieder nur in der Schublade, bis zur nächsten Wiederentdeckung, meist ungefähr ein Jahr später beim nächsten Ausmisten. Wir haben daher das Punktesystem eingeführt. Auf die Spielsachen dieser Kategorie werden kleine Punktesticker geklebt, welche beim nächsten Bespielen abgemacht werden können. Sind diese Punkte bei der nächsten Sortieraktion (ein Jahr oder auch nur ein halbes Jahr später) noch auf dem Spielzeug, dann kommt es weg. Bisher klappt es ganz gut und die Große ist auch noch nicht auf die Idee gekommen, einfach alle Punkte zu entfernen.

Geld verdienen

Eine sehr effektive Motivation zum Ausmisten für etwas ältere Kids ist ein Kindertrödel. Hier sollte man sich über lokale Kindertrödel erkundigen und sich für einen dieser Trödelaktionen anmelden. Dann soll das Kind selbst (unter elterlicher Anleitung mit Veto-Recht) aussuchen, welche Dinge es verkaufen möchte, das Geld kann dann auch für ein neues Teil investiert werden. Es sollten sich vorher Preise überlegt werden, im Sinne von „wieviel sollte mindestens dafür bezahlt werden?“ und das Kind sollte die Dinge dann eigenständig verkaufen und auch abkassieren (je nach Alter natürlich auch hier mit der nötigen elterlichen Unterstützung). So lernt das Kind auch die schönen Seiten des Ausmistens kennen und lernt darüber hinaus auch noch einige andere Dinge kennen, wie z.B. der Verkauf und den Umgang mit eigenen Verdiensten. Natürlich kann ein solcher Verkauf auch online stattfinden, aber hier bleibt das Kind wahrscheinlich noch ein wenig mehr außen vor.

Sachen zählen

Für etwas jüngere Kinder ist es gegebenenfalls überschaubarer, wenn man die auszusortierenden Sachen etwas beschränkt. Man kann etwa sagen „Heute sortieren wir fünf Dinge aus, die du nicht mehr brauchst“ oder „heute füllen wir diese Kiste mit Dingen, die du nicht mehr brauchst“ und dann mit dem Kind gemeinsam überlegen, was dies alles sein könnte. Es ist oft hilfreich, wenn das Kind selbst die Dinge vorschlagen kann, die aussortiert werden, als lediglich verzweifelt versucht seine Sachen zu schützen. So kann es aktiv agieren statt passiv, und daher oftmals eher defensiv, zu reagieren und oftmals überraschen einen die Kids dann sogar.

Gutes tun

Eine schöne Motivation kann auch sein, die aussortierten Dinge zu spenden. Hier kann man dem Kind altersgerecht erklären, dass es Kinder gibt, die nicht so viele, oder teilweise sogar gar keine Spielsachen haben und sich sicher über das ein oder andere Teil freuen würden. Meine persönliche Erfahrung ist es, dass dies ein wenig Übung braucht und dass vor allem jüngere Kinder sich auch unter dem Aspekt der Wohltätigkeit nicht von ihren Dingen trennen können oder wollen. Doch je älter die Kinder werden, desto großzügiger werden sie, eben auch, weil Empathie Zeit braucht, um sich zu entwickeln.

Dies sind nur ein paar praktische Ansätze zum Ausmisten und Aussortieren mit Kindern. Bei meiner Großen half auch einmal „je weniger Zeug du hast, desto weniger musst du immer aufräumen“, aber beim nächsten Mal bekam ich auf diesen Satz nur den Kommentar „Nee, Mama. Ich muss nur aufräumen wenn es unordentlich ist. Das geht auch mit wenig Sachen!“. Wo sie Recht hat…. Aber generell ist es schon ein schönes Gefühl, wenn man sich von zu viel Zeug befreien kann und auch die Kids lassen sich manchmal davon anstecken.


Autorin: Janina Weser, unsere Blogger-Perle von perlenmama.de, schreibt hier für VITALSANA eine regelmäßige Kolumne, in der sie uns Einblick in Ihr Familienleben gibt, sowie Tipps und Gedanken teilt. Hier können Sie mehr über Janina Weser erfahren.

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