Wintersport in der Schwangerschaft

11. Januar 2018

An dieser Stelle würden wir Ihnen gerne kurz und knapp sagen: Lassen Sie es lieber! Die Freude über eine unkomplizierte Schwangerschaft und ein gesundes Kind währt länger als der schnelle Kick am Berghang. Aber manche Sportbegeisterte unter Ihnen wird sich schwer tun, schon jetzt auf den geliebten Wintersport zu verzichten. Verständlich. Schließlich wird eine junge Familie mit Baby vorerst nicht mehr auf den Brettern stehen. Doch in diesem Jahr gibt es eine Einschränkung: Sie sind schwanger. Jetzt sagen Sie: Wenn es der Mutter gut geht, geht es auch dem Baby gut. Das ist natürlich richtig. Beim Thema Wintersport ist das allerdings diskussionswürdig.

Wintersport ist Risikosport

Egal ob Sie auf Ski, Snowboard oder auf dem Schlitten die Pisten befahren wollen: Es besteht jederzeit die Gefahr von Stürzen oder Zusammenstößen. Auch wenn Sie eine sehr gute Wintersportlerin sind: Es gibt genügend Pistensäue, die mit hoher Risikobereitschaft die Hänge herunterbrettern. Bei einem Unfall kann es zu einem Blasensprung kommen, zur frühzeitigen Ablösung der Plazenta oder im schlimmsten Fall zum Verlust Ihres Babys. Auch wenn “nur” Ihnen etwas passiert, ist schon ein einfacher Knochenbruch ein Problem, da Röntgenaufnahmen und Narkosen für das ungeborene Leben ein Risiko darstellen.

Zu wenig Sauerstoff in der Höhe

Es muss nicht der Montblanc oder das Matterhorn sein. Schon an einer zentraleuropäischen Mittelstation ist für Sie Schluss. Denn der Sauerstoffgehalt in der Luft wird so niedrig, dass es zu einer Unterversorgung Ihres Kindes kommen kann. Eine Bergstation über 2.000 Meter sollten Sie deshalb auf keinen Fall ansteuern. Einzige Ausnahme: Sie sind eine äußerst erfahrene und geübte Bergsportlerin, die sich regelmäßig in Höhen über 2.000 Metern aufhält oder Sie wohnen in einer solchen Höhenlage. Dann sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihren individuellen Fall sprechen und sich seinen Rat einholen.

Herz und Bauch

Wir verstehen, dass Ihr Herz für die Berge schlägt. Es sollte dies nur nicht zu schnell tun. Während für jüngere Frauen um die 20 eine Frequenz von maximal 155 Schlägen pro Minute empfohlen wird, ist bei Frauen um die 40 schon bei 140 Schlägen das Limit erreicht. Da Sie vermutlich nicht mit einem Pulsmesser auf eine Wanderung gehen werden, gilt wie beim Joggen: Wenn Sie sich nebenbei noch locker unterhalten können, ist alles gut. Bevor Sie pfeifen und japsen: Stop! Suchen Sie die nächste Bank auf und genießen Sie für 20 Minuten die Aussicht bevor Sie weitergehen. Ihr bester Ratgeber in Sachen Aktivität und Ruhebedürfnis ist übrigens Ihr Bauch. Er wird Ihnen sagen, wann es Zeit für eine Pause ist.

Tipps für einen aktiven Winter in der Schwangerschaft

Natürlich sollen Sie den vielleicht vorerst letzten Winter in Zweisamkeit auch aktiv genießen. Darum geben wir Ihnen hier noch ein paar schwangerschaftstaugliche Empfehlungen mit in den Koffer für Ihren Winterurlaub:

Wandern und Langlaufen

Klingt langweilig – ist es aber nicht. Kaufen Sie sich ein paar stabile Wanderschuhe und eine gute Wanderkarte und lassen Sie sich auf diese beschaulichere Form des Wintersports ein. Sicher werden Sie ganz neue Eindrücke gewinnen – und nebenbei noch Impulse für einen künftigen Winter-Familienurlaub mit Kleinkind. Bitte achten Sie aber darauf, dass Sie befestigte Wege wählen und legen Sie möglichst wenig Höhenmeter zurück. Auch beim Langlaufen sollten Sie einfache Loipen im klassischen Stil befahren.

Wellness

Auch wenn Sie schon zum x-ten Mal bei Schwangerschaftsyoga und -massage waren. Gönnen Sie sich noch eine Stunde. Für die Zeit nach der Geburt können Sie randvolle Akkus gut gebrauchen.

Pferdeschlitten

Fragen Sie doch mal im Dorf, ob ein ortsansässiger Pferdehof Ausfahren mit dem Pferdeschlitten anbietet. Das ist eine wunderbar außergewöhnliche Art, die Gegend zu erkunden. Und perfekt für eine romantische Zeit zu zweit.

Fototour

Sie fotografieren gerne? Dann nehmen Sie Ihre gute Kamera mit und fangen Sie die faszinierende Bergwelt damit ein. Ob weiße Winterlandschaften, die raue Natur mit Bächen und Eiszapfen, alpine Holzhäuser oder erschöpft-glückliche Gesichter nach einem aufregenden Tag – das werden wunderbare Motive fürs Fotoalbum und die nächste Weihnachtskarte.

 

Nun wünschen wir Ihnen einen sicheren und erholsamen Winterurlaub. Genießen Sie die Zeit und hören Sie auf Ihren Körper. Und nehmen Sie zur Sicherheit Ihr Handy mit. Falls doch mal was ist.

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