Natürliche Hilfen bei Erkältung für die ganz Kleinen

8. Oktober 2017

von Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de.

Da ist sie wieder, die Herbstzeit. Sie bringt nicht nur kältere Luft und hübsche Herbstblätter mit sich, sondern läutet auch eine bei mir sehr unbeliebte Zeit ein: Die Erkältungszeit. Gefühlt läuft die Nase bei den Kleinen von Oktober bis März. Besonders beim Baby stelle ich mich auf einige Infekte ein, da sie nun das erste Jahr in der Betreuung ist und dort sicher einiges aufschnappen wird.

Ich find es sehr schlimm, wenn Babys mit einer Erkältung kämpfen. Einerseits können sie die meisten der gängigen Medikamente noch nicht nehmen und andererseits kann man ihnen ja auch noch nicht erklären, was da jetzt bei ihnen passiert und dass das auch wieder vorbei geht. Und wer sieht schon gern sein Kind mit Schnupfen, Husten und Fieber leiden, ohne ihm wirklich helfen zu können? Zum Glück gibt es da ein paar alt-erprobte Erkältungshilfen, die zwar nicht die Erkältung selber kurieren, aber wenigstens ihre Symptome für unsere Kleinen etwas lindern können. Und nein, das ist nun kein neumodischer Quatsch, sondern damit haben schon unsere Urgroßeltern unseren Großeltern geholfen. Heute zeige ich euch ein paar meiner persönlichen Erkältungshilfen für die ganz Kleinen.

Zwiebelliese

Bei kleinen Kindern sind während einer Erkältung ja vor allem die Nächte sehr unangenehm. Abends steigt das Fieber, im Liegen wird mehr gehustet und durch die Nase lässt es sich schlecht atmen. Viele neigen hier dazu schnell zu ätherischen Ölen greifen zu wollen, da diese schnelle Wirkung versprechen. Doch diese können besonders für die Kleinsten noch zu scharf sein und zu Atemnot oder sogar Krämpfen führen. Besser ist es hier eine Zwiebel grob zu schneiden und kurz (15 Sekunden) in der Mikrowelle zu erhitzen. Dies stellt man ins Schlafzimmer, welches mit einer Schüssel Wasser auf der Heizung noch zusätzlich befeuchtet werden sollte. Die Öle der Zwiebel lindern den Husten und erleichtern das Atmen.

Spielerisch Inhalieren

Bei einer Erkältung kann Babys besonders das Atmen sehr schwer fallen, so können sie sich noch nicht richtig die Nase putzen und außerdem bekommen sie es motorisch noch nicht gut koordiniert statt durch die Nase durch den Mund zu atmen. So besteht die Gefahr, dass der Schnodder nicht richtig abläuft und sich in den Nebenhöhlen festsetzt. Hier kann Inhalation mit Salzwasser helfen (wenn sie älter sind auch mit ätherischen Ölen). Da sich die kleinen ja noch nicht vor eine Schüssel mit einem Tuch über ihrem Kopf hinsetzen würden, so kann man auch eine „große Inhalation“ mit ihnen zusammen über der Badewanne machen. Einfach Badewanne mit heißem Wasser füllen, Salz hinzugeben und Fenster und Türen schließen. Nun kann man mit dem Kind im Bad spielen und das Kind inhaliert den beruhigenden und helfenden salzigen Wasserdampf quasi nebenbei.

Freiheit für kleine Nasen

Sollte das mit dem Inhalieren nicht gut klappen oder die kleine Nase ist schon zu verklebt und verschnoddert, dann kann man auch versuchen die Nase manuell zu befreien. Früher tat man dies mit einer Art Pipette oder Ballonspritze, heutzutage gibt es jedoch auch fortschrittlichere Methoden. So gibt es zum Beispiel Aufsätze für Staubsauger oder richtige elektronische Nasensauger mit Mini-Aufsätzen für kleine Nasen. Ich habe dies ja erstmal für Humbug gehalten, aber nach dem ersten Absaugen war ich überzeugt. Die Mengen, die da rauskommen sind wirklich Wahnsinn (und etwas ekelhaft) und danach war das Näschen erstmal für ein paar Stunden frei. Diese Sauger sind sehr praktisch und in Gebrauch bis die Kids lernen selber schnaubend ihre Nase zu putzen (da war meine Große schon 4 Jahre alt). Wenn das Kind hart im Nehmen ist, dann kann man auch versuchen mit einer Ballonspritze Salzwasserlösung durch die Nase zu spritzen und dadurch zu frei spülen. Dies ist sehr effektiv, viele „ältere Kinder“ (ab einem Jahr) weheren sich jedoch vehement gegen diese Prozedur, also sollte sie nur sehr einfühlsam und nicht gegen den Willen des Kindes angewandt werden.

Frische Luft

Ist das Kind Fieberfrei, so sollte man ruhig ein wenig Zeit draußen verbringen. Die trockene Heizungsluft beansprucht die Schleimhäute zusätzlich und draußen können sich diese ein wenig erholen. Hier ist es wichtig, dass das Kind zwar warm genug angezogen ist, aber nicht schwitzt. Woll-Kleidung ist hier eine gute Wahl, da sie dem Körper hilft sich selbst gut zu klimatisieren.

Der Gang zum Arzt

Natürlich ersetzen all diese Tipps keine ärztliche Betreuung und es ist besonders bei den Kleinen wichtig schwere Erkältungen abklären zu lassen, besonders wenn das Kind lange und/oder immer wieder hoch fiebert. Natürlich möchte man sich und dem Kind diesen Gang lieber ersparen, fürchtet man doch, dass man sich im Wartezimmer noch schlimmere Sachen einfängt als man ohnehin schon hat. Jedoch sollte Fieber oder starker Husten auf jeden Fall abgeklärt werden. Besonders vor einem Wochenende könnte sich der Gang zum Kinderarzt noch lohnen, bevor man samstags abends mit dem Kind in der Notaufnahme sitzt. In manchen Städten und Regionen gibt es einen Hausarzt-Notdienst, der auch Hausbesuche macht. Außerhalb der Kinderarzt-Öffnungszeiten hierfür am besten die bundesweite Notdienst-Nummer, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 kontaktieren. Hier kann man die Symptome des Kindes beschreiben und bekommt dann eine erste Einschätzung und wird entweder gleich mit der Kinder-Ambulanz oder einem diensthabenden Arzt verbunden, der die nächsten Schritte mit einem bespricht oder direkt zu einem nach Hause kommt. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit diesem Angebot gemacht und wenn ich spät abends mit einem kranken Kind da sitze und ich nicht weiß, was ich tun soll, dann ist dies meine erste Anlaufstelle und hat mir schon so manche Warterei in kalten oder überfüllten Warteräumen erspart.


Autorin: Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de, schreibt hier für VITALSANA eine regelmäßige Kolumne, in der sie uns Einblick in Ihr Familienleben gibt, sowie Tipps und Gedanken teilt. Hier können Sie mehr über Janina Weser erfahren.

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