Wenn Kinderaugen Trost brauchen

4. Oktober 2017

Bindehautentzündungen bei Kindern sind aus mehreren Gründen unangenehm: Das Kind leidet, darf nicht in die Kita und Mama behandelt und tröstet, anstatt zu arbeiten.

Als an der Tür der Sonnengruppe das erste Mal ein roter Zettel mit dem Wort “Bindehautentzündung!” hing, war mir die Tragweite dieser Nachricht nicht bewusst. Ich hielt die Augenerkrankung bislang für allenfalls lästig, aber eher harmlos. Bis mich die Erzieherin darüber aufklärte, dass in der Gruppe ein Fall aufgetreten sei und dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich andere angesteckt haben. Dazu könne natürlich auch mein Kind gehören, deshalb möge ich es beobachten, bei Verdacht zum Arzt gehen und die Kita bis zur völligen Ausheilung meiden. Gut, dachte ich, meine Elisa wird sich schon nicht angesteckt haben.

Ausgerechnet ein Virus!

Hatte sie aber leider. Schon am übernächsten Morgen war ihr rechtes Auge gerötet und geschwollen. Brav rief ich sofort in der Kita an, meldete Elisa ab und machte einen Termin beim Arzt. Diagnose: epidemische Bindehautentzündung. Für alle Nicht-Mediziner: Das ist eine hochansteckende Form, bei der Antibiotika nicht wirken, weil Viren die Erreger sind. Also blieb das Kind zuhause und die Mutter auch, denn trösten und behandeln lässt sich Elisa noch ein kleines bisschen lieber von Mama. Und so behandelte ich und passte dabei höllisch auf, mich nicht anzustecken – indem ich Einmal-Waschlappen und -Tücher verwendete, alles nach Benutzung sofort wegwarf und regelmäßig sehr gründlich die Hände wusch.

Pflanzliche Tropfen mit schönem Namen

Ich befolgte den Rat unseres Arztes und besorgte gleich Euphrasia Augentropfen. Das homöopathische Mittel heißt auch “Augentrost”, was so schön klingt, dass sich Elisa gleich schon ein bisschen besser fühlte. Gleich zwei die trösten: Mama und die Medizin! Und so hielt meine Tochter auch ganz still, wenn ich ihr zwei- bis dreimal täglich Euphrasia in den Bindehautsack träufelte. Um ihre Beschwerden zu lindern machte ich zudem regelmäßig kalte Auflagen, so wurde der Juckreiz erträglicher.

Bitte so bald nicht wieder

Am Ende war die erste wirklich heftige Bindehautentzündung unserer Tochter nach knapp zwei Wochen ausgestanden. Eine lange Zeit, das möchte man nicht regelmäßig haben. Weder das Kind noch die berufstätigen Eltern. Da hilft nur: das Ansteckungsrisiko minimieren. Wenn alle Eltern (und Kinder) diese Tipps befolgen, gibt es sicher weniger Fälle dieser unangenehmen “Epidemie” in Kita und Schule:

  • Ganz wichtig: Das Kind unbedingt zuhause lassen und sofort zum Arzt gehen, wenn Augen jucken, brennen, tränen und/oder geschwollen sind, wenn das Kind über ein Fremdkörpergefühl (“Sandkorn” im Auge) klagt, lichtscheu ist oder die Augen morgens verklebt oder eitrig verkrustet sind. So steckt man andere erst gar nicht an.
  • Gerade in der Erkältungszeit ist es wichtig, die Hände regelmäßig zu waschen. Das können auch schon Kindergartenkinder lernen. Vorausgesetzt, die Eltern und Erzieher machen es ihnen vor.
  • Tauschen Sie häufiger als sonst Handtücher und ggf. Kissenbezüge aus und waschen Sie alles bei mindestens 60 Grad. So können Erreger nicht so schnell von Gesicht und Händen über die Textilien in die Augen gelangen.
  • Auch, wenn es ein langer Lernprozess ist: Sagen Sie Ihrem Kind immer wieder, dass es nicht in den Augen reiben soll. Das hat mir meine Mutter auch über Jahre hinweg eingebläut. Irgendwann hab ich es verinnerlicht.
  • Kinderaugen sind empfindlich. Vermeiden Sie deshalb äußere Reize wie kalte Luft, Zugluft oder verrauchte Räume.
  • Auch Erwachsene bekommen Bindehautentzündungen. Handeln Sie selbst vorbildlich und achten Sie auf Erkrankungen in Ihrem Umfeld.

Kamille ist toll – aber nicht für die Augen

In meiner Kindheit war Kamille eine Art Allheilmittel. Nach wie vor wirkt diese wunderbare Pflanze gut gegen Entzündungen und Bakterien und ist eine Wohltat, wenn es im Bauchraum klemmt. Kamillentee gehört aber nicht aufs Auge! Denn dort kann er schmerzhafte Reizungen auslösen. Außerdem gehört die Kamille zur Pflanzenfamilie der Korbblütler, gegen die Kinder aus Allergikerfamilien leicht eine Allergie entwickeln können. Ich benutze zum Auswaschen von verklebten Augen immer Kochsalzlösung aus der Apotheke. Damit kann man nichts falsch machen.

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