Zucker – Das macht er mit unseren Kindern

20. September 2017

von Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de.

Kennt ihr das? Ihr probiert etwas Neues und konzentriert euch ganz auf den Geschmack. Ist es salzig? Süß? Oder gar scharf? Heiß oder kalt? Man schmeckt in diesem Moment ganz intensiv und wägt ganz genau ab, ob es einem nun gefällt, was man da schmeckt, oder eher nicht. Genau so geht es unseren Kleinen bei jeder Mahlzeit kurz nach der Beikostreife. Jedes Nahrungsmittel ist neu und somit ein Feuerwerk an Eindrücken, eine Explosion an Geschmack.

Dies ist auch der Grund, warum Babyessen nur ganz wenig bis gar nicht gewürzt sein sollte. Einerseits, damit die Kleinen den natürlichen Geschmack der Lebensmittel erforschen können und andererseits, weil Babys erwiesenermaßen so viel intensiver schmecken als wir Erwachsenen. Dies ist auch eine weit verbreitet angenommene Praxis. Warum also setzen wir die Kleinen jedoch so häufig Zucker aus? Kinderessen strotzt nur so vor Zucker. Guckt man sich nur mal den Zuckergehalt von Kinderjoghurt, Breien oder sogar Babyriegeln an, gerät man ins Staunen. Klar, den Kleinen gefällt es. Süß ist geil, das merken sie schon sehr früh. Aber das liegt nicht nur am guten Geschmack, sondern auch an dem, was der Zucker in unserem Körper macht.

Was passiert denn genau, wenn wir Zucker essen? Dass Zucker quasi sofort ins Blut geht, das weiß wohl jeder. Ist es dort angekommen reagiert der Körper mit der Produktion von Insulin. Dieses Hormon ist dafür verantwortlich, dass Zucker so schnell wie möglich zu den verschiedenen Organen gebracht wird, wo es in Energie umgewandelt wird. Soweit, so gut. Aber Insulin macht noch etwas anderes: Es regt im Gehirn die Produktion von Serotonin an, welches umgangssprachlich auch „Glückshormon“ genannt wird. Zucker macht uns also gewissermaßen glücklich. Jedenfalls fühlt es sich so an und zwar nur so lange, wie der Insulinspiegel erhöht bleibt, also so lange, wie sich in unserem Blut Zucker befindet. Und wer mag es nicht, sich glücklich und energetisch zu fühlen?

Setzen wir unserem Körper also regelmäßig größeren Mengen an Zucker aus, so schwanken unser Blutzucker- sowie unser Insulinspiegel oft und heftig. So sehr, dass unser Körper nun nach dem lechzt, was ihm ein weiteres „High“ beschert. Wir werden gewissermaßen süchtig nach Zucker. Und da unsere Allerkleinsten, wie schon gesagt, nur über sehr limitierte Selbstregulation verfügen, so werden sie schnell zu kleinen Zuckerjunkies. Einerseits begeistert vom süßen Geschmack, andererseits von den schönen Gefühlen, die der Zuckerkonsum in ihnen auslöst.

Doch Zucker kann auch krank machen. Ein chronisch erhöhter Insulinspiegel wirkt sich zum Beispiel entzündungsfördernd aus und kann chronische Krankheiten begünstigen. Auch wird Zucker eine begünstigende Rolle bei Krankheiten wie ADHS und ADS nachgesagt. Nebst diesen Konsequenzen macht er aber auch einfach dick, vor allem wenn die Kleinen die zusätzlichen Energiereserven nicht beim Toben und Spielen verbrennen, sondern still vor dem Computer oder Fernseher sitzen. Und ja, es ist natürlich auch sehr schlecht für die Zähne.

Natürlich gibt es verschiedene Arten von Zucker. Den ganz offensichtlichen Industriezucker (Glucose), den versteckten Zucker z.B. in Form von isolierten Kohlenhydrathen (wie z.B. in Weizenmehl und somit in Brötchen, Nudeln, etc., der im Körper sehr schnell in Glucose umgewandelt wird) und „natürliche“ Zucker, wie Fruchtzucker (Fructose). So kommt es, dass Apfelsaft z.B. fast so viel Zucker vorweisen kann wie Cola. Hier ist es jedoch Frucht- statt Kristallzucker. Doch Obacht: Auch der ist nicht unbedingt gesund, nur weil er „Fruchtzucker“ heißt. Fazit: Auch Säfte und die bei Kindern so beliebten „Quetschies“ sind nur in Maßen gesund und auch hier ist ein gesunder Umgang sehr wichtig.

Mein Plädoyer ist es daher: Achtet auf eine gesunde Zuckerzufuhr für eure Kinder. Besonders im ersten Jahr, aber auch danach. Generell sollte hier die Devise lauten: Es ist lecker und macht Spaß, aber es ist nicht „nötig“. Ich bin ja nicht so für 100 prozentige Verbote, da diese das Verbotene nur interessanter macht und einen gesunden Umgang mit Zucker ausschließen. Eine ausgewogene Ernährung mit süßen Alternativen ist viel effektiver, daher ernährt euch und eure Familie achtsam. Informiert euch, lest Nährwertangaben und probiert auch mal gesunde, aber nicht weniger leckere, Alternativen aus.

Autorin: Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de, schreibt hier für VITALSANA eine regelmäßige Kolumne, in der sie uns Einblick in Ihr Familienleben gibt, sowie Tipps und Gedanken teilt. Hier können Sie mehr über Janina Weser erfahren.

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