Kleine Plagegeister

13. September 2017

Wenn die Familie plötzlich mehr Mitglieder hat, als ihr lieb ist

Ich hoffe, Sie verstehen die Überschrift jetzt nicht falsch: Ich liebe meine Kinder! Auch, wenn sie manchmal anstrengend sind. Was uns immer wieder plagt, hat auch nicht zwei Beine, sondern sechs. Sie ahnen das Problem – und kennen es vielleicht ja selber: Kopfläuse.

Seit meine Tochter Mira und mein Sohn Tom die Schule besuchen, sehen wir jedem Ferienende mit gemischten Gefühlen entgegen. Vor allem, wenn die Mützenzeit naht. Dann tauchen die fiesen kleinen Parasiten plötzlich aus dem Nichts auf, gerade so, als würden sie in den Kleiderschränken darauf warten, dass wir eines Tages wieder an den Ohren frieren.

Nicht schon wieder Läusezettel!

Das ist natürlich Unsinn, aber ich finde einfach keine Erklärung für die allherbstlich wiederkehrende Plage. Und die sucht nicht nur Miras Grundschule heim, sondern sogar noch die 7. Klasse meines Sohnes. Dann gibt es wieder die verhassten Läusezettel, die mit „In der Klasse Ihres Kindes wurden Fälle von …” beginnen und Alarm in zig Haushalten auslösen.

Übeltäter Smartphones

Letztens hab ich mal gelesen, dass nicht nur Kuschelecken in der Nachmittagsbetreuung, sondern auch Smartphones und Tablets die Übertragung von Kopfläusen begünstigen. Weil die Kids beim Spielen oder Chatten die Köpfe zusammenstecken. Da haben Kopfläuse, die sich einen neuen Wirt suchen, natürlich leichtes Spiel. Schon irgendwie skurril, was das digitale Zeitalter so für analoge Folgen haben kann. Aber versuchen Sie mal, die Dinger zu verbieten …

Kurze Haare, originelle Mützen

Was also tun? Nach einigen Befällen in unserer Familie fahre ich inzwischen eine mehrgleisige Strategie. Tom trägt die Haare sehr kurz, was ihm gut gefällt und die Behandlung im Fall des Falles erleichtert. Die Mützen für Mira häkle ich selber und gestalte sie dabei so individuell, dass keine Verwechslungsgefahr mehr besteht. Ein Übertragungsweg weniger ist eine potenzielle Behandlung weniger, sage ich mir.

Wer sich kratzt, wird inspiziert

Und dann ist ab Beginn des neuen Schuljahres natürlich regelmäßiges Haare untersuchen angesagt. Vor allem bei Verdachtsmomenten wie vermehrtem Am-Kopf-Kratzen, ohne dass man ratlos über einer kniffligen Hausaufgabe brütet.

Einen spannenden Tipp gab mir letztens die Mutter von Miras bester Freundin. Sie schwört auf ein pflanzliches Läuseabwehr-Spray, das den Tierchen den Wirt madig machen soll. Das hole ich mir gleich mal. Für alle Fälle bin ich ansonsten zuhause gleich doppelt gerüstet: Ich habe ein Antilaus-Shampoo und ein Produkt auf Basis von Silikonöl. Auch, wenn es nicht so duftet wie ihr Erdbeershampoo mag Mira einfach lieber „Haare waschen gegen Läuse“, Tom bevorzugt das Öl, das es jetzt auch in der „Express-Variante“ gibt, die ein Einwirken über Nacht überflüssig macht. Beides hat uns in der Vergangenheit gut geholfen.

„Läuse? Kein Problem für mich.“

Das Abwehr-Spray werde ich künftig auch benutzen. Als der Elternteil, der bei einem Kopflausproblem buchstäblich näher an den Kindern dran ist, trage ich einfach ein erhöhtes Risiko. Mein Mann hatte bisher übrigens keine Probleme mit Kopfläusen. Denn wenn er abends nach Hause kommt, sind ja alle schon behandelt. Nicht, dass ich ihm die Erfahrung gönnen würde, aber seine Gelassenheit bei einem Kopflausbefall in der geliebten Familie ist schon ein bisschen gemein. „Läuse? Kein Problem für mich“, sagt er dann. Aber wenn ich so drüber nachdenke, muss ich ihm schon Recht geben. Dank der gut wirksamen Präparate, die es heute gibt, sind Kopfläuse für uns alle kein echtes Problem mehr.

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