„Nur wenn es dir gut geht, geht es auch deiner Familie gut“ – Gesundheit als Familienkapital

16. August 2017

von Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de.

Ein Satz, der mir schon oft von verschiedenen Seiten gesagt worden ist, lautet: „Nur wenn es dir gut geht, geht es auch deiner Familie gut!“. Vor allem als Alleinerziehende fand ich immer sehr viel Wahrheit in diesem Statement und besonders als ich mich das erste Mal so richtig miserabel krank, aber alleine mit meiner Tochter wiederfand, so wollte ich diesen Satz gleich hundertfach unterschreiben. Umso wichtiger finde ich es, dass man als Mutter/Vater ganz besonders auf sich achtgeben sollte, vor allem aber auch weil man doch so oft andere Dinge priorisiert.

Das passiert meist automatisch und gar nicht mal absichtlich. Aber neben Schule, Kindergarten, Babymassage, Vorsorgeuntersuchungen, Fußballtraining, Schwimmunterricht, Elternabend, zu klein gewordenen Schuhen und anderen Wachstumsschüben und all den anderen ganz alltäglichen Baustellen ist es doch manchmal viel zu einfach das Ziehen im Rücken, das seltsam verfärbte Muttermal, das Kratzen im Hals oder den nicht verschwindenden Husten zu ignorieren und zu denken „ach…vielleicht gehe ich nächste Woche zum Arzt!“. Und oft funktioniert das ja auch…bis es irgendwann mal nicht mehr funktioniert. Und dann wünscht man sich, man wäre doch achtsamer mit sich selber umgegangen, um größere gesundheitliche Probleme zu umschiffen. Man muss sich als Eltern klar werden, dass die eigene Gesundheit ein nicht unwesentlicher Teil des Familienkapitals ist, was einem leider oftmals erst wirklich klar wird, wenn es nicht mehr gänzlich verfügbar oder angeschlagen ist.

Ich habe aus ein paar sehr langwierigen Krankengeschichten gelernt, dass die Gesundheit der Eltern eine sehr große Priorität verdient. Denn nur wenn die Erwachsenen gesund und glücklich sind, können sie mit voller Aufmerksamkeit und Energiereserven dafür sorgen, dass es ihren Kindern genauso gut geht. Und unter dem Aspekt ist es gar nicht so egoistisch, wie es im ersten Augenblick vielleicht anmutet. Und ja, damit meine ich beides, körperliche und emotionale Gesundheit, ganz ausdrücklich.

Was tu ich also für meine Gesundheit? Also als allererstes schiebe ich keine Arzt-Termine mehr auf. Ich achte sehr darauf, dass sie in Zeitrahmen fallen, in denen so wenig wie möglich passieren kann, was mich davon abhalten könnte hinzugehen. Ich scheue mich auch nicht, alle Kinder mitzuschleppen und somit die Ruhe beim Haus-, Augen- oder Hautarzt etwas durcheinander zu bringen. Das ist dann einfach so, aber ich lasse mich nicht von genervten Blicken oder gestörten Rentnern ins gesundheitliche Abseits drängen. Außerdem tu ich das, was ich für mich selber tun kann, sehr gründlich und regelmäßig. Ich achte auf meine Muttermale, habe mir von einer Brustspezialistin zeigen lassen, wie ich mich selber abtaste und vor allem achte ich auf die Warnsignale meines Körpers und ignoriere sie nicht. Mein Körper ist sehr kompetent und zeigt mir sehr klar, wenn er an seine Grenzen kommt. Und auch hier schließe ich meine Seele wieder mit ein.

Ich gönne mir Pausen und fordere sie ein. Natürlich geschieht dies geplant und nicht auf dem Rücken der Kinder. Jedoch haben diese gar nichts davon, wenn ihre Mutter sich selbst gänzlich für sie aufgibt. Ich argumentiere sogar, dass es für meine Kinder gut ist zu lernen, dass ihre Mama (sowie alle anderen Menschen) persönliche Grenzen haben, die es zu wahren und zu respektieren gilt. Ich finde, es ist gar nichts dabei, wenn man den Kindern mal sagt „du, jetzt geht es grad nicht, ich bin kaputt“, oder „ich fühle mich nicht gut und brauche jetzt eine Pause“. Ich glaube auch, dass es eher förderlich ist, den Kindern einen gesunden Respekt zur eigenen Gesundheit zu vermitteln und ihnen beizubringen, dass sie achtsam mit sich selber umgehen sollen. So kann die Tochter ruhig von Anfang an mitbekommen, dass Mama sich regelmäßig abtastet, oder die Kinder können mit dem Fahrrad neben den Eltern her fahren, wenn diese eine kleine Runde durch die Nachbarschaft joggen.

Natürlich ist es nicht immer einfach, sich die Zeit zu erkämpfen, um für sich selbst zu sorgen. Als Alleinerziehende weiß ich das nur allzu gut und will hier nicht dafür plädieren, dass man „ganz einfach“ besser auf sich achten sollte. Ich möchte nur, dass man seine eigenen Prioritäten bezüglich seiner gesundheitlichen (Vor-)Sorge überdenkt, ehrlich reflektiert und sich überlegt, was passiert, wenn dieses Geschenk, unsere Gesundheit, nicht mehr so unversehrt ist.


Autorin: Janina Weser, unserer Blogger-Perle von perlenmama.de, schreibt hier für Vitalsana eine regelmäßige Kolumne, in der sie uns Einblick in Ihr Familienleben gibt, sowie Tipps und Gedanken teilt. Hier können Sie mehr über Janina Weser erfahren.

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